30.03.2019

Volle Kraft voraus für eine neue HAMBURG: Seenotrettungskreuzer öffentlich auf Kiel gelegt

28-Meter-Neubau für Borkum wird 2020 an der Elbphilharmonie getauft

Ungewöhnliche Kiellegung der Seenotretter unter freiem Himmel im Herzen Hamburgs: NDR-Moderatorin Anke Harnack hat am Samstag, 30. März 2019, am Jungfernstieg offiziell den Bau eines neuen Seenotrettungskreuzers mit dem Namen der Hansestadt an der Elbe gestartet. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) stationiert das 28 Meter lange Spezialschiff auf Borkum. Die Taufe gut zwölf Monate später ist ebenfalls in Hamburg geplant: für Sonntag, 19. April 2020, mit Benefiz-Matinee in der Elbphilharmonie.



Nach 35 Jahren Pause wird wieder ein Seenotrettungskreuzer den Namen HAMBURG tragen. Kaufleute und Reeder, Fahrensleute und Schiffsmakler, Hafenarbeiter und Skipper, aber auch viele Hamburger, die nicht direkt etwas mit der Seefahrt zu tun haben, unterstützen die Seenotretter seit jeher. „Diese breite Unterstützung aus allen Teilen der Bevölkerung wünschen wir uns auch für die neue HAMBURG“, begründet Kapt. Ralf Krogmann, DGzRS-Repräsentant an der Elbe, die ungewöhnliche Kiellegung und die untypische Bekanntgabe des Namens vor der Taufe.

Spendemanöver: HAMBURG wird Seenotretter!

Mit der Aktion „Spendemanöver: HAMBURG wird Seenotretter!“ rufen die Seenotretter alle Einwohner und Freunde Hamburgs auf, sich an der Finanzierung des Neubaus für die Station Borkum zu beteiligen. Ganz bewusst fand die Kiellegung deshalb nicht wie sonst üblich auf der Bauwerft Fr. Fassmer in Berne/Unterweser statt. Vielmehr hatte die Werft dazu eigens die erste Sektion des Rumpfes mit ersten Spanten zum Anleger der Alsterschifffahrt am Jungfernstieg gebracht.

An einem Schott in der Nähe des Kiels legte NDR-Moderatorin Anke Harnack die Ehrenmedaille des Hamburger Senats, den Admiralitätsportugaleser, ein. Er wurde in den Rumpf eingeschweißt und wird jeden Einsatz mitfahren. „Die Medaille soll Schiffbauern und Seenotrettern gleichermaßen Glück und Gesundheit verheißen. Als Kind der Küste – ich wurde auf Rügen geboren – gefällt mir diese Tradition sehr“, sagt die beliebte Moderatorin.

Hamburg zeigt nicht nur mit seiner Ehrenmedaille für das Projekt Flagge: „Viele Menschen werden der HAMBURG ihr Leben verdanken. Ich freue mich, dass Hamburg seinen Respekt vor der Arbeit der Seenotretter und seine Wertschätzung für das bürgerschaftliche Engagement zum Ausdruck bringen kann“, sagte der ehemalige Wirtschaftssenator Frank Horch. Der parteilose Politiker hat die Schirmherrschaft über das „Spendemanöver“ übernommen.

Wasserleinwand auf der Binnenalster

Unterstützung für die freiwillige, unabhängige und spendenfinanzierte Arbeit der Seenotretter kommt auch von der Freiwilligen Feuerwehr Finkenwerder: Zur Kiellegung erzeugte sie einen spektakulären Hydroschild auf der Binnenalster. Auf dieser Wasserleinwand zeigten die Seenotretter beeindruckende Bilder aus ihrer Arbeit. Die Finkwarder Speedeel gab der Zeremonie den passenden musikalischen Rahmen. Dafür ist die DGzRS sehr dankbar.

Einsatzgebiet der neuen HAMBURG werden die Emsmündung und weite Teile der Deutschen Bucht sein. „Der Neubau löst auf unserer westlichsten Station Borkum die ALFRIED KRUPP ab, die nach dann 32 Einsatzjahren außer Dienst gestellt wird“, erläutert Ralf Brinker, Vormann der künftigen HAMBURG. Mit ihm gemeinsam rief der aktuelle ehrenamtliche Seenotretter-Bo(o)tschafter, Weltklasse-Windsurfer Bernd Flessner, zu Spenden für den Neubau auf: „Schon als Junge habe ich für die DGzRS gesammelt und mit großen Augen gestaunt, wenn die Seenotrettungskreuzer vor dem Strand zeigten, was sie können“, erinnert sich Flessner. „Jetzt kann ich aktiv mithelfen, dass eine neue Rettungseinheit entsteht. Das ist eine tolle Aufgabe, an der sich Hamburger und Hamburg-Freunde sicher sehr gern beteiligen werden.“

Hamburg und die Seenotretter

Auch wenn die DGzRS seit mehr als 150 Jahren ihren Sitz in Bremen hat (was übrigens 1866 in Hamburg beschlossen wurde), ist Hamburg mit seinem Seehafen als „Tor zur Welt“ immer von besonderer Bedeutung für die Seenotretter gewesen. Heute unterstützen rund 20.000 Hamburger die Seenotretter mit regelmäßigen Spenden, und knapp 900 Sammelschiffchen haben ihren „Liegeplatz“ in der Hansestadt an der Elbe. Zum Dank soll 2020 ein Wettbewerb unter den Stadtteilen über den Namen des Tochterbootes der neuen HAMBURG entscheiden.

Zu den prominentesten Hamburger Seenotretter-Freunden gehören mehrere ehrenamtliche Bo(o)tschafter der DGzRS, darunter die Schauspieler Jan Fedder und Till Demtrøder, Fernsehkoch Tim Mälzer sowie die Moderatoren Bettina Tietjen, Yared Dibaba und Heike Götz.

Name HAMBURG hat Tradition in der Rettungsflotte

Die neue HAMBURG wird die vierte Rettungseinheit dieses Namens in der Geschichte der Seenotretter sein. Alle waren in ihrer Zeit sehr moderne Einsatzmittel.

Die 1925 in Friedrichskoog stationierte HAMBURG (I) war eines der ersten Motorrettungsboote der DGzRS mit robusten Dieselmotoren. Die 1942 für Langeoog gebaute HAMBURG (II) verfügte über modernste Seefunkanlagen, was seinerzeit in der Schifffahrt noch lange keine Selbstverständlichkeit war. Und die 1960 zunächst in Burgstaaken, später dann in Grömitz stationierte HAMBURG (III) gehörte zur legendären THEODOR-HEUSS-Klasse, den ersten in Serie gebauten Seenotrettungskreuzern mit Tochterboot.

Eine Spende für den neuen Seenotrettungskreuzer ist am einfachsten online möglich auf der Website spendemanöver.de mit Kennwort HAMBURG. Überweisungen sind mit gleichem Kennwort möglich auf das Spendenkonto der DGzRS bei der Hamburger Sparkasse, IBAN: DE24 2005 0550 1280 1967 73. Auch die Aktion „Name an Bord“ bieten die Seenotretter erneut an: Ab 5.000 Euro Spende fährt der eigene Name, der eines Unternehmens oder eines Menschen, der besonders geehrt werden soll, auf einer Danktafel an Bord der HAMBURG bei jedem Einsatz mit.

Über die Seenotretter

Die DGzRS ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 55 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. Jahr für Jahr fahren die Seenotretter mehr als 2.000 Einsätze, koordiniert von der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre). Die gesamte unabhängige und eigenverantwortliche Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert, ohne Steuergelder. Seit Gründung der DGzRS 1865 haben ihre Besatzungen rund 85.000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. Schirmherr der Seenotretter ist der Bundespräsident.

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